Kunstgeschichte

Das Magdalenenfenster von Assisi

Das Thema meiner Bachelorarbeit, das Fenster der Magdalenenkapelle in der Unterkirche der Basilika San Francesco in Assisi (hier die gesamte Arbeit), wird mich so bald nicht loslassen, denn viel zu viele meiner Ansätze zu diesem so faszinierenden wie komplexen Werk konnte ich dort aus schlichten Platzgründen nicht unterbringen. Viel zu sagen bleibt noch über die Gestalt der Maria als Schwellenfigur, über die damit verbundenen Verhältnisse von Vorder- zu Rückseiten und den dazwischen möglichen Durchgängen, und über die zeitgenössisch aktualisierte Adaption der Vita der Maria von Ägypten als exhortatio monastica.

Aus meinem Abstract zu meiner Abschlussarbeit:

This Bachelor thesis argues for a new reading of the horizontal and vertical structure of the Magdalene window of San Francesco in Assisi, that is more consistent than previous attempts at deciphering its iconographical programme. The window implies the crucifixion throughout, without actually depicting it. Drawing closely on the 7th century legend of Mary of Egypt, it employs the icon of the Hodegetria as a threshold figure, and quite literally so: It is only her intercession, that enables the pilgrim to enter the directly adjacent transept and the crucifixion scenes there. Another, closely related reason for the prominent placing of Mary of Egypt in the Magdalen chapel, the immediate antechamber to the transept containing the sepulchre of Saint Francis, is Bonaventure’s utilisation of her vita. In both his legends of Saint Francis, Bonaventure finally sets a concrete date for the Saint’s stigmatisation, September 14th, by connecting Francis‘ vita to that of the legendary Desert Mother: Francis‘ stigmatisation, his imitatio crucis, falls on the Feast of the Cross – i.e. the exaltatio crucis at the Church of the Holy Sepulchre visited by Mary of Egypt.

Editionen

Momentan arbeite ich an den folgenden Text-Editionen.

Clement Greenberg: „Art and Culture. Critical Essays“

In einer vergleichenden Edition der Aufsatz-Sammlung „Art and Culture. Critical Essays“ (1961) des Kunstkritikers Clement Greenberg stelle ich die dort publizierten Essays textkritisch annotiert ihren jeweiligen, zuvor bereits in Zeitschriften und andernorts veröffentlichten Erstfassungen gegenüber. Dadurch soll endlich Klarheit und Übersicht bzgl. der zahlreichen, teils drastischen Revisionen geschaffen werden, denen Greenberg seine Aufsätze unterzog – Revisionen, die zwar regelmäßig in der Literatur über den berühmten Wegbereiter des Abstrakten Expressionismus erwähnt werden, bislang jedoch noch nie systematisch untersucht oder überhaupt nur zusammengestellt worden sind.

Heinrich Wölfflin: „Kunstgeschichtliche Grundbegriffe“

Der Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin überarbeitete seine zuerst 1915 erschienenen „Kunstgeschichtlichen Grundbegriffe“ immer wieder, von Auflage zu Auflage. Nicht unbekannt ist etwa die ab der zweiten Auflage von 1917 vollzogene Ersetzung „romanischer“ durch „germanische“ Begriffe durch den zunehmend deutschnational und völkisch argumentierenden Schweizer – so wird, um nur einige Beispiele aus dem ersten Kapitel der Einleitung anzuführen, „Kontrast“ zu „Gegensatz“, „generell“ zu „allgemein“, „orientiert“ zu „gerichtet“, „Existenz“ zu „Dasein“, „Resultate“ zu „Ergebnissen“. Jedoch liegen auch hierzu keinerlei umfassende Darstellungen vor, geschweige denn eine textkritische Edition. Mittels einer solchen möchte ich unter Einbeziehung aller 19 bislang erschienenen Auflagen (also auch der posthum veröffentlichten) endlich Abhilfe schaffen.